Wolfbegegnung

Ausbildung, Freizeitbeschäftigung und sportliche Betätigung unserer Pelznasen.
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Tabsi
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Re: Wolfbegegnung

Beitrag von Tabsi » 30.11.2018, 18:30

Es ist wie bei allen anderen Themen in Deutschland auch, keiner hört der anderen Seite wirklich zu und beansprucht für sich, die richtige Meinung zu haben. Völlig egal obs um Wölfe, Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, Impfen, Beschwindigkeitsbegrenzung, Fleischessen, Aslybewerber ..... geht. Es ist immer so, dass 2 Meinungen aufeinander prallen und die Medien Kapital darausschlagen, die Sache auch noch anzuheizen. Dabei hat doch immer jede Seite Argumente, die es verdienen gehört zu werden.
Klar ist der Wolf auch ein Kulturfolger und ich denke, es wird auch immer mehr Wolfsbegegnungen geben, weil die Besiedlungsdichte zu nimmt, sowohl der Menschen als auch der Wölfe. Na und. In Dresden gibts einen Schlosspark, da fressen die Eichhörnchen den Menschen aus der Hand. Wilde Tiere, die ihre Scheu vor dem Menschen verloren haben. Da hat noch nie jemand über einen Abschuss nachgedacht.
Vielleicht metzeln sich die Menschen in ihrer Streitsucht selber ab, dann ist auch mehr Platz für Wölfe.

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Re: Wolfbegegnung

Beitrag von Onkel Tom » 01.12.2018, 01:13

Moinsen,
Tabsi hat geschrieben: Vielleicht metzeln sich die Menschen in ihrer Streitsucht selber ab, dann ist auch mehr Platz für Wölfe.
...joo, seh ich auch so und es wird so kommen. Wir brauchen die Natur, die Natur braucht uns Menschen nicht.
Das fängt bei den Insekten an und hört beim Bären noch lange nicht auf. Überall sieht Menschlein Probleme,
die eigentlich bestenfalls hausgemacht sind. Wir sind in den Lebensraum der Tiere eingedrungen und haben
nebenbei verlernt, miteinander auszukommen. Das schafft natürlich Probleme...
Solange aber unsere Volksvertreter sich von Lobbyverbänden steuern lassen, wird sich nicht viel ändern.
Bezeichnend die Diskussion heute im NRW-Landtag zur Wolfsfrage und wie die entsprechenden Parteien agiert haben.
Lobbypolitik at its best :evil:
Wenn ein 83 Mio-Volk sich von ein paar Wölfen bedroht sieht....dann Gute Nacht.
Nein, es sind rein wirtschaftliche und persönliche Interessen Weniger, die diese Hetzjagd in die Gänge bringen.
Und die Medien spielen sehr oft mit. Ich kenne genug Redakteure, die sich vor einer Veröffentlichung noch die Arbeit machen,
etwas sauber zu recherchieren. Dies ist natürlich mit hohem Aufwand verbunden. Wenn ich aber alle paar Tage einen Artikel
zu liefern habe, dann bleibt u.U. die Recherche schonmal recht oberflächlich.
Und der geneigte Recipient bekommt das Gefühl, hier stimmt was nicht und die lügen alle.
Ich bin ja gespannt auf den Ausgang des "Wolfsangriffes" in Niedersachsen, der angegriffene Friedhofsgärtner wollte
sich schonmal nicht äußern. Na schaun mer mal...

Bis denne denn und einen friedlichen 1.Advent

Tom
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Re: Wolfbegegnung

Beitrag von Christine » 02.12.2018, 19:08

8 km von unserem Wohnort lebt eine Wölfin mit ihren Kindern, die inzwischen geschlechtsreif sind.
150 Schafe wurden in diesem Gebiet gerissen, obwohl die Schäfer die Auflagen zur Höhe der Schutzzäune erfüllt hatten. Viele Schäfer denken ans Aufhören. Nachts werden die Tiere jetzt eingepfercht, um weiters Unheil zu verhüten.
Natur hin und her - so geht das nicht.
Es wurde übrigens gründlich recherchiert. Wäemebildkameras haben die Wölfin gezeigt.
Herzliche Grüße von
Christine

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Re: Wolfbegegnung

Beitrag von Gregor Jonas » 03.12.2018, 07:07

Zäune helfen da nur wenig. Die Schäfer müssen sich - wie in alten Zeiten - auf den Wolf einstellen. Das wird ohne Herdenschutzhunde nicht gehen. Aber damit gibt es ermutigende Beispiele, wie es (wenigstens relativ) gut funktioniert.
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Re: Wolfbegegnung

Beitrag von Gregor Jonas » 03.12.2018, 07:09

Fällt mir gerade ein: Bei einem Gespräch mit einem Jäger vor ein paar Tagen meinte dieser allen Ernstes, wenn der Wolf wieder hier (in der Eifel) einziehen würde, würden hier die Rehe aussterben. Was für ein Unsinn. Räuber rotten ihre Nahrungsgrundlage nicht aus, weil sie selber sonst ebenfalls nicht überleben würden.
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Re: Wolfbegegnung

Beitrag von Franzi » 03.12.2018, 13:06

Christine hat geschrieben:8 km von unserem Wohnort lebt eine Wölfin mit ihren Kindern, die inzwischen geschlechtsreif sind.
150 Schafe wurden in diesem Gebiet gerissen, obwohl die Schäfer die Auflagen zur Höhe der Schutzzäune erfüllt hatten. Viele Schäfer denken ans Aufhören. Nachts werden die Tiere jetzt eingepfercht, um weiters Unheil zu verhüten.
Natur hin und her - so geht das nicht.
Es wurde übrigens gründlich recherchiert. Wäemebildkameras haben die Wölfin gezeigt.
Jupp... genau DAS sind wirtschaftliche Interessen. Und da kann sich keiner mit dem erhobenen Zeigefinger hinstellen, dessen eigene Existenz nicht bedroht ist.

Ich bin auch grundsätzlich Wolfsbefürworter. Aber es gibt da viele Probleme, bei denen ich mir nicht anzumaßen Wage, eine Antwort zu wissen.

Hier bei uns ist das nächtliche Einpferchen der Schafe zumindest grundsätzlich möglich. Aber wie sieht es mit den Herden in den Alpenregionen aus? Die haben keine Möglichkeit, ihre Tiere zu sichern - weder mit Hunden, noch durch einpferchen. Ich weiß nicht, wie da der richtige Weg aussehen kann...

Allerdings denke ich auch, daß viele gerissene Tiere - egal, ob hier oder woanders - auf das Konto wildernder Hunde gehen und dem Wolf nur in die Schuhe geschoben werden.
Liebe Grüße aus dem Sachsennland!

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Re: Wolfbegegnung

Beitrag von Franzi » 03.12.2018, 13:07

Gregor Jonas hat geschrieben:Fällt mir gerade ein: Bei einem Gespräch mit einem Jäger vor ein paar Tagen meinte dieser allen Ernstes, wenn der Wolf wieder hier (in der Eifel) einziehen würde, würden hier die Rehe aussterben. Was für ein Unsinn. Räuber rotten ihre Nahrungsgrundlage nicht aus, weil sie selber sonst ebenfalls nicht überleben würden.
Naja, die Jäger sind da ja ein ganz eigenes Volk. Die haben nur Angst, daß für sie nicht mehr genug übrig bleibt...
Liebe Grüße aus dem Sachsennland!

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Re: Wolfbegegnung

Beitrag von Onkel Tom » 04.12.2018, 00:08

Moin,
Gregor Jonas hat geschrieben:Räuber rotten ihre Nahrungsgrundlage nicht aus, weil sie selber sonst ebenfalls nicht überleben würden.
der einzige Räuber, der nicht davor zurückschreckt, sich seiner eigenen Nahrungsgrundlage zu entziehen ist der Mensch,
die sogenannte Krone der Schöpfung :flamingdev:
Welch Ironie in einer solchen Selbsteinschätzung...

LG

Tom
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